Wer bin ich?

Janice Jakait - Juli 2015 - Heidelberg Ich halte es gern mit John Fairfax, der da sagte: “Ich glaube das Leben ist wertlos, solange wir nicht damit machen können, was wir wollen oder meinen tun zu müssen” … und ich brauche nichts und niemanden um mir zu erzählen, was ich tun kann. Ich weiß es einfach! Ich bin 38 Jahre alt und lebe inzwischen in Heidelberg. Geboren wurde ich im Erzgebirge – einen Bezug zum Meer habe ich also nicht wirklich. Ich war vor diesem Abenteuer weder auf hoher See, noch kann ich besonders gut schwimmen. Und um ehrlich zu sein: auch Rudern finde ich ziemlich blöd. Ich meine, man rudert rückwärts und sieht nicht mal, wo man da hinsteuert …naja. Dennoch, mein Bauch sagte mir, dass es ein Ruderboot und dass es ein Ozean sein muss. Ja dann! Also hänge ich meinen Job in der IT an den Nagel und machte Nägel mit Köpfen. Heute tue ich das, was ich als KInd immer gern tun wollte: Ich schreibe Bücher und stehe auf der Bühne und erzähle. Aber ist das wirklich das, was mich ausmacht? Nach meiner Rückkehr vom Ozean würde ich mich heute anders beschreiben:

Ich bin jetzt das, was denkt – und nicht das, was ich in all den klugen Gedanken ein Leben lang aus mir machen wollte. Ich bin kein Gedankeninhalt – kein Konzept aus Bildern, aus Zahlen oder Buchstaben – ich bin kein Name, kein Alter, keine Sozialversicherungsnummer – ich lebe keine Kopie von mir Selbst – klammere an keinem mangelhaften Selbstbild mehr, das sich erst anpassen und in der Gesellschaft zu jemandem werden kann … wenn ich mich nur mal genug „selbstoptimiert“ hätte. Ich bin keine Meinung über mich, weder eine naturwissenschaftliche, noch eine religiöse. Ich bin kein Neuronenfeuer im Gehirn. Ich bin auch nicht das, was man mir in Schulen und klugen Büchern beigebracht hat – passe in keine Kategorie oder Schublade, in kein Rollen- oder Feindbild – definiere mich über keine Rasse, Religion oder Bevölkerungsschicht. Ich bin kein Bewohner eines Landes oder Verfechter irgendeines Systems, das nur in Köpfen, Büchern, Atlanten oder Schlagzeilen existiert. Ich lebe in keinem Paradigma oder Dogma. ICH BIN! Ich bin einfach Ich und sperre mich nicht mehr in Gedanken und ERWARTUNGEN ein. Und ich bin das, was wir alle jetzt gerade sind, was wir schon immer waren und wie wir dereinst zur Welt kamen, nämlich: bedingungslos, gleich, frei und vollkommen. Und die anderen sind nur mein Spiegel, in dem ich dass erkennen darf. Wie ich sie behandle und betrachte, so behandle und betrachte ich mich selbst.

Ich bin, was ich bin – Es ist, wie es ist. Und nur DARIN ist der Verstand ein Teil. Seit mir das bewusst ist, übernehme ich wieder Verantwortung über mein Denken und unterbreche den programmierten Automatismus im Kopf, der mich selbst und andere viel zu oft verurteilt und in Schubladen gesteckt hat, die ich mehr oder weniger gern aufmachen wollte. Ich habe wieder die Geborgenheit statt Sicherheit, Zufriedenheit statt Gier und das Vertrauen und die Demut statt der Angst entdeckt … und ich lasse mich einfach so in Ruhe wie ich bin. Für mich existiert nurmehr eine Wahrheit, DAS SEIN UND ERLEBEN – alles andere ist nur eine aktuelle Lehr-Meinung darüber. Ich habe mich dafür entschieden, ein Wahl im Leben zu haben. Und wie heißt es: “Das zweite Leben beginnt, wenn man begreift, dass man nur eines hat.” … genau dieses zweite Leben lebe ich heute so gut es mir gelingt.

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