Und es ward Licht …

July 21, 2014

Jede Erkenntnis, die wir ohne Demut nur als Maßstab an die eigene Größe anlegen, ist der Tod des Bedingungslosen, des “Wunders”, das(s) da ist, das(s) wir da sind! Der Verstand will allzu schnell Hingabe, Hoffnung, Imagination und Liebe in völlige Transparenz und Kontrolle transformieren. Und selbst wo das jemals gelänge, es wäre dann in völliger Transparenz ebenso befreit von jedem Sinn, jeder Dramaturgie und Choreographie, es wäre womöglich ganz durchdrungen und verstanden, wie ein Lied, das hunderte Male gehört wurde – und dann: wie alles andere auch: wäre es im Kopfe kalt, berechenbar und tot, “die Hölle des Gleichen”. Dann würde DAS, was nur mehr in Gedanken tot SEIN SOLL, doch nicht mehr geteilt werden können oder wollen … ganz im Gegensatz zu DEM, das da vor unseren Füßen liegt und einfach nur lebendig und doch in seiner Größe unfassbar IST.

“Das Licht, das für sich selbst leuchtet, ist Finsternis.” (Altes Sprichwort)

“Unsere Sache ist es, den Funken des Lichts festzuhalten, der aus dem Leben überall da hervorbricht, wo die Ewigkeit die Zeit berührt.” (Friedrich Schiller)

„Von Ihm, dem Licht der Lichter, wird gesagt, Es liege jenseits der Dunkelheit; das Wissen, das zu Wissende und das Ziel des Wissens, das im Herzen aller ist.“ (Krishna, Bhagavad Gita XIII.17, das Buch, aus dem Oppenheimer zitierte.)

„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Jesus, Johannes 8.12)

Ich kann nur so hell leuchten, wie Du mich überhaupt leuchten lassen kannst. Bis du irgendwann vielleicht damit aufhörst – und ich endlich von selbst strahlen darf! Bis dahin hoffe ich einfach weiter … und will Dir gern ein Lichtlein zu sein.

Ich habe das Licht – das wir da teilen – wieder entdeckt, das ich dereinst als Kind verloren und vergessen, als ich endlich sprechen und verstehen konnte. Es ist kein “Gott” der als Name in Büchern steht, und doch in jeder Sprache anders heißt, es ist kein “Gott” der in Kirchen und Tempeln als Fratze an Wänden hängt und im beschränkten Verstand der Menschen herumirren will … und es ist es doch! Strahlt überall, gleißend, heller als eintausend Sonnen, in Dir, in jeder Blüte, in jedem Wort, in mir. Echt und rein und bedingungslos. Ich bin ergriffen und längst auf Knien vor Dir, vor allem vor DIR! Lach mich aus, sperr mich ein in Konzepten, Vorurteilen, hefte mich ab! – ich bin furchtlos und ich vergebe und fühle mit Dir. Ich kämpfe nicht, kämpfe ja doch nur gegen andere einen Stellvertreterkrieg gegen mich selbst. Je mehr ich anderen vergeben kann, desto mehr vergebe ich mir selbst. Der einzige Weg raus aus der Finsternis.

Ich bin nur eine Närrin, die auf einem Berg wohnt, damit die Sonne noch einen Moment eher für mich aufgehen kann. Was braucht es jetzt jemanden zu kümmern, was ich da schreibe, wo die Gedanken noch hell genug in ihm leuchten wollen, nur um sich selbst zu blenden – sich um Nichts drehen, als um sich selbst. Wenn es nur finster genug wird, alles erst durchdrungen und durchdacht ist … und sich doch kein Ausweg mehr findet, kommt womöglich das große Erwachen, die Hilflosigkeit und die Verzweiflung. Ein fruchtbarer Boden, in dem die Liebe wieder von der Hingabe zur größten Zuversicht erwachsen kann. Darin geht noch jedes Unkraut ein, das völlig außer Kontrolle im Kopf wuchert. Ich bin hilflos in dieser unfassbaren Liebe, die keine Kontrolle mehr kennen will, und darin bin ich nichts als Zuversicht und Hoffnung und Furchtlosigkeit. Und das ist so wunderbar verwirrend in jedem bedingten Gedanken, der bedingunglos in mir darüber erwacht. Ich sitze hier, lache und weine und bin sprachlos, wo ich endlich die Welt begreife, ohne mehr zu erwarten, sie nur verstehen zu können. Und ich bin so gern hilflos ob meiner Gefühle, auf Knien, wenn ich Dich sehe und hoffe, dass Du mir die Hand irgendwann reichst und zu mir runter kommst.

“Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft” (Mephisto, Faust, Goethe)

Es ist …

July 14, 2014

Die Freiheit, die sich der Kopf erträumt, ist eine Freiheit, die nur ohne Kopf gelebt werden kann. Wenn wir nicht im Vertrauen loslassen können, ist jede Freiheit, die wir uns wünschen, nur ein weiteres Konzept, in dem wir uns in Gedanken und Kontrolle einsperren. Heute Nacht hatte ich einen Traum. Darin rief jemand nach meinem HR2 Interview (das lief übrigens tatsächlich gerade / Podcast!) live im Studio an und sagte: “Was für ein bescheuertes Interview!” Ich wachte auf, noch im Halbschlaf, die beste Zeit zum Begreifen! und dachte nur: ‘Was für ein bescheuerter Traum’ … Dann war es plötzllich zum Begreifen da und nah: Alle Bescheuertheit, aller Haß, Wut, jedes Problem und Alles Bedingte… das alles! … und ICH und “ein Verstand”! – verwoben darin – sind nichts als Inhalt von BEDINGUNDLOSEN Gedanken. Angst ist nur “Angst” … nur ein Konzept, Gedanke und ich bin darin … was für eine Show! Das zu verstehen, ist für einen der es verstehen will, ach so einfach. Es zu begreifen aber erst möglich, wo das Verstehen als Glaube und Zweifel aufhört. Keine Ahnung also, wer das “verstehen” können soll oder will … welcher Verstand hätte überhaupt ein Interesse daran, etwas zu verstehen, das zum Ende des Verstehens und in ein Begreifen führt, indem er nicht mehr sein kann, was er sein will: Richter und Henker über das Schicksal, Kontrollfreak – anstatt nur ein wunderbares Werkzeug in Demut, Vertrauen und Hingabe zu sein.

Ein kluger Kopf zwar, der sich nur um sich selbst dreht, in allem, das da passieren könnte, aber doch nie passieren dürfte … und SO, wie nur in abstrakten Gedanken gedacht, niemals passiert wird. 
Ein freies Herz aber, das einfach nur weiter schlägt … mal schneller, mal langsamer.

Der Verstand, den ich doch immer kontrollieren wollte, IST DOCH SELBST NICHTS als ein bedingungsloser Gedanke, in dem ich bin und meinen Verstand kontrollieren will. Ein Problem wird nur im Gedanken der Erlösung zum Problem. So profund, und doch, was für ein Witz! Da ist nix, gar nix! um das sich der Kopf dreht, als um sich selbst! Das Begreifen kommt, wenn das Verstehen – und damit nur Glaube und Zweifel – geht. Ich bin raus aus dem schöngeistigen spirituellen Unsinn… das ist einfach nur eine perfekte Inszinierung und zum “tot”lachen. Es ist, wie es ist. Und ich bin … wieder draußen. Es geht wieder aufs Meer … schauen wir mal, wo ich ein Boot herbekomme!

Im Strom des Lebens meinen wir gegen die Strömung schwimmen zu können … aber irgendwann, landen wir doch einfach nur wieder im Meer und haben keinen Meter aus eigener Kraft gut gemacht. Was für eine Reise, was für ein Abenteuer – auf der Suche nach dem “ICH”, nach dem “Wer bin ich außerhalb von Konzepten von Naturwissenschaft, Religion, Mystik und jedweder Interpretation?” Ein irrsinnig langer Weg, immer am Rande des Wahnsinns. Und doch endet er nur dort, wo er da dereinst begonnen … In einem einzigen Gedanken im Hier und Jetzt! Ich bin … und darin bin ich, was ich denke was ich wo ich mich in den wirren Gedanken der anderen verliere. Es ist, wie es ist – tut, was es tut / ich bin, was ich bin – tue was ich tue. Darin sind wir Eins. Es ist wie es ist, das ist das Eine – es soll, wie ich will, ist darin das andere. Und doch, wird es im Wollen nie annähernd so sein könnnen, wie es einfach ist , wenn es ist, wie es ist – wird im Verstand nie das Undenkbare, in der Gier nie das Unfassbare, in der Angst nie das Unergündliche sein …

Stille, die sich echt anfühlt, ist im Augenblick selbst zu finden, hinter dem vermeintlich Rechten oder Unrechten. Genau dort also, wo der Kopf nicht hin will, einfach im Hinnehmen und Hineinfallenlassen. Er will lieber in den Lärm vieler richtig gesprochener Worte, oder raus aufs echte brüllende Meer oder gar, irgendwann, in den Tod, um dort endlich erdachte Stille vor dem zu finden, das nichts als seine eigenen lauten Gedanken sind. Eine Tosende Stille, die er da begehrt und die doch keine ist.
 
Fragments by Janice Jakait

Hingabe statt Kampf

July 7, 2014

Nur wenn ich mich einer Erfahrung ganz hingebe, Schmerz oder Glück in aller Tiefe zulasse, kann ich darin auch zweifellos erkennen, was ich damit anfangen soll. Begreifen ist Verstehen ohne Zweifel. Im Begreifen treffen wir Entscheidungen in völliger Überzeugung. Dann wissen wir einfach, was wir wollen … oder nicht wollen!

Hier noch der Bayern3 Podcast. Viel Spaß beim Hören!

Fragments by Janice Jakait        Fragments by Janice Jakait        Fragments by Janice Jakait

Wir sind …

July 5, 2014

Es ist, wie es ist. Und machmal ist es besonders intensiv und heftig – Lektionen, in denen wir überhaupt erst wieder lernen und darin wachsen dürfen, uns ganz hinzugeben und nicht weiter dagegen aufzubegehren. Unweigerlich wird es irgendwann auch für den Verstand wieder so sein müssen, wie es einfach ist – dann wird er sich auflösen. Noch aber ist er lieber frei im Aufbegehren oder in Meditation – in jedweder Begierde! – als nicht mehr zu sein, im Fallenlassen und Loslassen.

Das Leben ist nur ein Abstecher, zurück in völlige Hingabe. Wir sind Regentropfen, im freien Fall – stürzen hinab ins Meer der Liebe und Demut … aus dem wir da einst gestiegen. Der Himmel ist “unter” uns …

#janices5cents #lektion_schmerz #lektion_leben

Da fällt mir nur mehr Hermann Hesse ein. Ich wünsche Euch ein traumhaftest Wochenende!

Und sonst so? Am Montag mal Mensch, Otto! auf Bayern3 einschalten. Ich weile wieder im schönen München dann.

Fragments by Janice Jakait

Du bist ….

July 3, 2014

“Wer bin ich?”

Seit auch ich mich mit dieser verrückten, anstrengenden Frage beschäftige – und sicher oft sehr verrückte und missglückte Antworten gebe – sind die Menschen, die noch zuhören, die noch bei mir geblieben sind, so viel mehr geworden! Und damit meine ich sicher nicht: “mehr” in ihrer Anzahl ….

Je mehr ich mich selbst als das begreifen und lieben kann, was ich bin, desto mehr kann ich Euch begreifen und lieben, als das, was Ihr seid … und nicht als das, was ich stattdessen aus Euch machen will … als die, die ich viel lieber gern wäre.

Ich bin, wie ich bin – Wenn ich Dich nehme, wie Du bist.
Du bist, wie Du bist, wenn ich mich nehme, wie ich bin.

Wenn ich etwas anderes sein will, bist Du nur, was ich aus Dir machen kann.

Verurteilung ist Selbstverurteilung. Hallelujah!

Wir verurteilen andere, um die Angst nicht zuzulassen, dass wir genauso so wie sie sein könnten. Verletzbare Menschen mit Fehlern und Schwächen. Dabei verletzen wir andere im Verurteilen doch erst und zwingen sie selbst zum Urteilen

…. ein Mensch wird z.B. als zum Mörder durch Verurteilung und Ausgrenzung … lang vor einem öffentlichen Schauprozess.

Ihr seid zauberhaft! ALLE! Und wenn jemand grausam wäre, dann wären wir es ALLE.

Der Mensch kommt unverurteilt zur Welt … der Rest, das machen Du und Ich aus ihm. Aber was haben wir auch anderes gelernt, als das!

“Verurteilen” und “Weiterträumen” … es ist so viel einfacher, als sich den eigenen Änsgten zu stellen und zu lernen, einfach man selbst zu sein und zu vertauen. Natürlich …

Fragments by Janice Jakait

Ich bin …

July 3, 2014

“Alles hat Deine Zeit, seinen Sinn”

Ein unfassbar weiser Satz, den mir da eben eine zauberhafte, “ganz unspirituelle”, kluge, geerdete Freundin wie eine heiße Kartoffel entgegenschleuderte. Ich bin fassungslos! Einfach fassungslos und verbrenne mich daran! Ich habe bisher nie etwas gelesen, das mich mehr überwältigt hat in seiner Weisheit und dann noch vielleicht gerade wegen eines kleinen Tippfehlers. (|S|eine Zeit, seinen Sinn). “Sie muss erleuchtet sein, und weiß es nicht.”, denke ich mir ganz ironisch.

“Womöglich wie alle anderen auch”, schlägt es wie ein Blitz in den Kopf und donnert im Verstand. “Du bist was Du bist” – vielleicht ist das Erleuchtung genug und nicht das, es zu verstehen, zu begreifen, zu wissen. Alle und Alles (er)leuchtet, alles perfekt – auch wir, im Scheitern es zu Begreifen. Das Licht der Lichter … ALLES erstrahlt darin – und kann nie in Dunkelheit wandeln. Was für eine Ironie das doch wäre, für jemanden, der so angestrengt suchen will, was er bedingungslos bereits ist. Und im Suchen, nie Finden kann. Womöglich !schlummert! der Samen Buddhas wirklich in uns allen, wie es heißt. Er schlummert! Und womöglich, irgendwann, konvergiert das SEIN und das WISSEN darin – dann erkennen wir es auch und Buddha erwacht in uns. So rein metaphorisch!

Weisheit ist überall, wenn wir zuhören können, heißt es nicht so?

Die Wahrheit ist: Die Antwort auf meine letzte große Frage, die relevant erscheint, finde ich inzwischen auch im Radio. Es ist verwirrend, um es vorsichtig auszudrücken. Die weise Antwort findet sich einfach überall. Sogar im Regen. Am Ende aber, macht sie mich trotzdem nass:

“Ich bin, was ich bin – Es ist, wie es ist!”

“Schauen wir mal was rauskommt”, sagt meine Freundin. Und ich antworte: “Haben wir denn eine Wahl? Schauen wir wo der Strom hin will!” Sie entgegnet: “Natürlich haben wir ein Wahl. Sonst wären wir nicht hier!”

Und ich schließe: “Wir entscheiden dann wohl in jedem Moment, hier – zu – sein!”

In MEINER Zeit, hat es SEINEN Sinn. In SEINEM Sinn, meine Zeit. Das eine im anderen.

Es wird seinen Sinn haben, dass mir Jetzt dieser Satz, passieren sollte. Ich lausche einfach mal weiter … was könnte ich auch anderes machen. Überall wird Weisheit und Schönheit gesprochen, irgendwann wird der Verstand schon hören und sich ganz selbst in ihr liebevoll spiegeln und erkennen … “hoffe” ich jedenfalls. Und die Hoffnung, die stirbt bekanntlich zuletzt.

Nachtrag 2h später: Und erst jetzt bemerke ich, dass ich mich verlesen habe. Kein Tippfehler, ein Lesefehler! Sie schrieb tatsächlich: “Alles hat Deinen Sinn, seine Zeit” und meinte weder: “Alles hat seine Zeit, seinen Sinn” noch: “Alles hat Deine Zeit, seinen Sinn”. Das war ein Lesefehler mit Ansage! Aber dann passt ja alles noch viel besser, was ich gerade schrieb: Weisheit ist überall, wenn wir zuzuhören können – ich aber höre nur, was ich auch hören will.

Das Ding habe ich also selbst fabriziert: “Alles hat Deine Zeit, seinen Sinn.” … warum auch immer – und der Satz ist auch nur, wie er ist. Wie jeder andere Satz auch. Und trotz oder gerade wegen meinem Lesefehler, ist meine Freundin jetzt weise und, das war sicher nicht der Plan im Kopf, sie ist sogar:

… aus Versehen “erleuchtet”! *lacht*

Fragments by Janice Jakait

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