Hinab …

September 3, 2014

Gedanken aus der Badewanne. Manchmal verstellt das Nahliegende eben doch den Blick in Tiefe des Raumes. Bin zurück in meinen Versen und Gedichten. Die Lust am Schreiben ist wieder da …

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Ein Mensch, der sich zu fest ans Leben bindet
Ins grelle Licht nur wächst, gedeiht und strebt
Der nicht hinabsteigt, seine Wurzel findet
Die in Dunkelheit am Lichtleib webt -
Der wird nie verstehn, wie es da kam
Dass das Lebenslicht den Anfang nahm –
Dass das Sternenlicht der Welt
Nun hinab in offne Augen fällt.
Nur in den Wurzelspitzen ist zu spüren,
dass sie Erde, aber keinen Grund berühren.

Janice Jakait / 3.9.14

Alles braucht seine Zeit. Auch das Begreifen, dass es irgendwann zu spät ist …

Genug gerudert!

August 28, 2014

Wieder erst in den Morgenstunden ins Bett gefallen. Nicht erschöpft – fast täglich nur zwei Stunden Schlaf pro Nacht, da ist keine Schwere, keine Müdigkeit. Da ist Bewegung, Begegnung, Bewusstsein, da ist Leben und Fluss.

Gefühle im Bauch, im Herzen, die mich ins Feinstoffliche überführen. Als wäre ich nichts als Energie, die da pulsiert – ein Feld das bebt – Elektrizität die schwingt. Unbeschreiblich. Und dann kommt der Verstand, will diese Energie aus dem Augenblick umleiten – in irgendetwas, ins Irgendwo, ins Dann, ins Dort, ins Ich, das so beschränkt sein soll, wie ich „will“, obgleich ich längst viel mehr bin.

Und ich lächle, wie ich da wieder spüre, wie das Gefühl und die Energie damit eben doch nur zerstreut werden im Diffusen des Menschseins. Das dieses unermesslich reine Gefühl einfach nur ist, wie es ist, wenn es einfach nur so sein darf. Dann ist da kein Begehren – nur pures Sein. Nichts das eskaliert oder umgeleitet, das verortet oder verkörpert oder verstanden werden muss. Stille und Friede im ganzen Wesen, im Innen, im Außen.

Ich habe begriffen. Damit kommt das Loslassen. Nein – eben nicht. Es gibt kein Loslassen. Hier ist nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen. Es wartet nur das Hineinfallenlassen in diese Tiefe, in diesen Sog – und dann gibt es eine Gegenkraft, die uns herauszieht und etwas damit anstellen will, die etwas erschaffen möchte, das in die Höhe wachsen, so hoch wie tief sein soll. So sollte es sein, ab und zu, im Wechsel, in Balance.

Alles um mich herum gerät plötzlich tiefer und tiefer und ich werde größer und größer, nein: voller und voller. Unfassbar schön, rein, reich, echt, SANFT! Ich sitze vor Kleeblättern, dreiblättrig, und allein das lässt mich sprachlos auf der Wiese zurück. Die innere Einsamkeit verschwindet. Ich fülle mich auf, mit dem, was ich jenseits des Kopfes bin, der allein und nur einsam Kopf sein will. Ganz eins in Gedanken nur. Und erst darin bin ich plötzlich frei für Nähe und Veränderung in der Teilung. Nur wer den Willen zur Veränderung loslässt, kann die Veränderung sein. Einsamkeit rudert an mir vorbei, im Strom der Menschen, im Gegenstrom des Lebens – getrieben von Angst und Perspektivlosigkeit, gelockt von einem vermeintlichen Ufer und Ziel. Immer und immer wieder. Als wären sie einsam in der Suche nach einem Inselparadies zum Anlegen, aber erstmal jedenfalls nicht allein, im großen Meer voller hungriger Haie ihresgleichen. Die da zappeln, sich reiben, beißen – anstatt sich zu umarmen und zu vereinen, in dem, das nichts als stetiger Fluss und Transformation ist, in dem nur Gedanken an Persistenz, an einem Ziel, einem Ding, an wertosen Konzepten, Namen – an erdachten Illusionen also – verhaften können. “Das Leben”, “Der Tod”, “Das Glück”, “Die Freiheit”. “Wert”. Auf gehts! Jagen wir das oder fliehen wir vor dem, was wir uns selbst zur Begierde oder Angst schnitzen und uns vor die eigene Nase hängen .. anstatt einfach ganz zu sein, in dem, das eigentlich nicht sein kann!

Und dann, herrje, stehe ich plötzlich vor einem Menschen, dann zwei, bald drei. Schaue ihnen in die Augen, und erblicke überall das Gleiche. Ich kümmere mich nicht mehr um ihr „Aus(en)sehen“ , nicht um das, was sie sagen, worüber sie urteilen und was sie ver-urteilen. Ich sehe nur, bin still. Und dann … dann ist nichts tiefer in diesem Universum, als der Blick in die Augen eines anderen Menschen. Ein Blick in die bodenlose Tiefe des Ganzen, aus dem heraus wir leuchten und nach dem Licht trachten. Darin sind wir alle gleich: Du, Ich, die Welt. Pures Sein.

Und diese Tiefe verschwindet, wo der Verstand mit hineintauchen will, der doch nur selbst aus ihr erwächst. Der hinab will, um die Tiefe als Untiefe zu ergründen, wo der Mund sich öffnet, um sie zu beschreiben, um dieses Gefühl des Eins-Seins zu spalten, um in die Tiefe hineinzuwachsen, anstatt aus ihr heraus. Das ist gut, aber es sollte ein harmonischer Zug und Sog sein, mal hinein, mal hinaus in die Tiefe. Einatmen – ausatmen.

Es gibt den großen spirituellen Weg und den kleinen. Der große schlängelt sich im Kopf durch ein Labyrint aus Gedanken, soll uns zu seinem vermeintlich „Göttlichen“ führen, in ein Konzept der Freiheit, das uns wieder nur in der Untiefe der Gedanken einsperrt – uns in eine Untiefe führt, in der wir nur ertrinken – in eine Stille, die uns nur einsam macht – in eine Ewigkeit und Endlosigkeit, in der wir uns doch nur verlieren. Hinein in Gedanken, die nur weitere Gedanken über Stille, Glück und Frieden erstreben. Tosende Stille, im Kopf. Der kleine unbequeme Weg führt ins Menschsein, in die Höhe unserer Luftschlösser, die wir da versuchen zu bauen und die oft auch zusammenbrechen und hinab in die Tiefe stürzen – dieser Weg führt hinein ins kleine Ich, in Emotionen, Konflikte und derweil ins große Begehren, doch lieber nur den anderen, den großen Weg zu gehen: Hinaus in das große Selbst. Hin zur Erlösung, zu Gott, zum Ende. Wohin auch immer. Nur weg hier.

Am Ende ist das alles ein Weg: Ein Mittlerer Weg, der, der uns in Harmonie dorthin führt, wo Aufbruch und Ziel zusammenfließen. Er führt uns an Kopf und Kontrolle vorbei – nicht wir führen ihn. Eigentlich ist er Kreis, der nur als Umweg ist, im Gehen entsteht. Das “Ziel” ist in allen Umwegen das Gleiche, die “Quelle”, in Naturwissenschaft, Religion, Esotherik, Spiritualität: Zurück ins reine Sein, Erlösung und Heilung erfahren, entdecken der Unvergänglichkeit – all das nur Probleme, die erst im Umweg durch die Abspaltung entstehen. Egal welchen Weg wir da auch zu gehen meinen. Wir finden nicht, solange wir suchen. Wie und Wo auch immer. Wir sind nicht, solange wir nur wieder sein wollen. Am Ende, eine Kraft …. sie erschafft jedes Konzept – um es dann zu verstehen, kreiert jeden Konflikt – um ihn zu lösen, Angst – um wegzulaufen. Begierde – um hinzulaufen. Und Diese Erkenntnis, erst ein Drama, dann Komödie, erst weinen, dann lachen. Ein Spiel, Maya, Lila, Hide & Seek. Und nicht mal das.

Wir alle haben ein Päckchen zu tragen, wir wollen darin im Menschsein von A nach B, aus dem großen Lebenskonflikt in die Erlösung. Ein Päckchen das wir in Konditionierung auch geerbt haben. Nehmen wir diese Prüfung an, erreichen in ganzer Hingabe doch das Ziel, schließt sich auch auf dem kleinen Weg der Kreis. Und da wir alle Konflikte vererbt bekommen, schließen wir damit auch den Kreis ganzer Generationen, womöglich der ganzen Welt. Als würden wir den Konflikt aller auf uns laden. Schon verrückt. Irgendwie. Aber ich spinne ja gern mal, ihr kennt mich ja.

Es gibt für den Menschen kein spirituelles Erwachen, keinen Himmel, kein Nirvana, wenn wir vor dem Menschsein flüchten. Wir sollen beide Wege annehmen, auch den emotionalen, den schweren – die Prüfung Mensch – die Aufarbeitung von Konflikten, Traumen, was auch immer. Es ist jetzt wie es ist, nicht bald! Und jetzt sind wir eben wie wir sind: Menschen. Jetzt ist das Erwachen, bald ist nur die Begierde. Wir sind nicht frei von Angst, wenn wir Angst davor haben, zu hinterfragen, ob wir nicht doch nur unfrei sein könnten. So eine Angstfreiheit ist nur ein weiteres Konzept des Kopfes. Ist spiritelle Verblendung, Erleuchtung im Keller und Illusion, genau wie das eigene Ego, das nur darin den Dampf seiner eigenen “Wahrheit” und in Gedanken atmet. Der Große Weg ist der Weg des Wissens, dieser aber führt nicht in die Freiheit, er führt ins Nichts, in den Widerspruch, ins Wissen, das sich selbst verschlingen, aber doch nicht herunterschlucken kann. Im Besten Fall endet man kurz vorm Abgrund des Lebens auf einem Thron und belehrt die Menschen. Weisheit jedoch, ist durch Liebe transformiertes Wissen im Herz eines Schülers, das auf dem kleinen Weg ins Ganze mit ihm selbst führt. Ans Ziel kommt kein Schüler ohne Lehrer, kein Lehrer ohne Schüler. Wahrlich weise, im Ganzen mit sich selbst, ist nur ein strebsamer Meister des Wissens, der gleichsam ein demütiger Schüler der Liebe bleibt, solange er hier wandelt. Je mehr er wissen will, umso demütger müsste er werden. Bis er irgendwann nichts als Liebe ist und garnichts mehr für sich wissen muss.

Es ist genug. Tiefer kann ich nicht eintauchen, in die Un-Tiefe dieses Ozeans und die Tiefe nur von Gedanken. Ich habe mir das Wellenschlagen abgewöhnt, das war schwer, sehr schwer. Da sind keine Verwirbelungen mehr im Wasser, in den Gedanken, in den Wogen des Bewusstseins. Da ist klare Sicht. Ich sehe den Grund und Boden – den einzigen Grund und Sinn allen Seins der in uns selbst liegt …. und ich kann den Sinn nicht teilen, weil er in Dir und mir nicht mehr ein bedingungsloses, grundloses, zielloses, ungeteiltes Ganzes sein kann! Wir sind aller Sinn, hier, jetzt jedenfalls. Alles andere – verliert den Sinn in der Unteilbarkeit und ist schon im Nicht-sein so viel mehr, als ein Mensch je verstehen kann. Er kann es nur sein, wenn er es ist – Eins! Wir können so viel Wissen, auch über diese Welt und ihren Kern, aber nichts davon ist zu begreifen, zu sein, denn das Wissen ist tot, ohne ein Herz und Liebe, groß genug, um es (er)leben zu können. Weisheit ist das Er-leben, ist Begreifen, ist das Licht der Welt sein, Strahlen, ist Erleuchtung – und damit Verstehen ohne Glaube und Zweifel, das geteilt werden soll. Auf das keiner mehr in Dunkeltheit wandeln muss. In der Dunkelheit unter der Schädeldecke, wo eine Welt der Finsterniss in Gedanken erstrahlen will. Die Hölle des Gleichen, aber doch nicht des Eins-Sein, nur der Einsamkeit. So verschieden ihr Inhalt, doch sind es immer nur Gedanken, die in Kontrolle nach Transparenz streben, alles durchdringen, jeden Sinn zerstören, wo sie nichts finden als nur weitere Gedanken.

Mein Kampf ist Zuende. “Jakait”, das kommt von Jakob – das war der, der mit Gott rang und ihn als einziger berührte und bezwang, heißt es. Beileibe, das habe ich versucht, ein Irsinn. Jakob fand Demut. Siegte, als er die Waffen streckte und aufhörte, sich selbst zu verletzten. Nur eine Geschichte die ich daraus mache. Man warf mir immer Schwarz-Weiß-Denken vor. Das stimmte. Aber jetzt sehe ich, nein, ich begreife, dass diese Welt in der wir leben wollen, die Hölle des Gleichen ist, eine Welt der Illusionen, die wir aus dem Verstand heraus nicht erkennen wollen. Wir werfen das weg, was wir sind, um zu sein, was wir nie sein können. Weil wir lieber den Sinn suchen, als er zu sein. Nicht alle, aber viel zu viele die wie ich sind. Und ich war schockiert, als ich begriff, was ich hier gelebt habe, 37 Jahre lang … und dass ich es nicht früher begreifen konnte. Ich, die doch früher immer alles zu wissen meinte und doch nichts als Glaube und Zweifel kennen kann – und geworden ist!

“Es gibt keine Fakten, nur Interpretationen” (Nietzsche).

Ich war blind! Es ist Zeit zum Auftauchen! Ich bin dann mal weg … und ich sehe, ich bin nicht ganz allein auf dem Weg aus den konditionierten Untiefen heraus, hinauf in die Tiefen und Höhen des Seins, das einfach so ist, wie es ist. Genug gerudert, ich ziehe die Ruder ein, und lasse mich treiben. In einer Welt, in der ein zartes Karussell im Bauch genauso intensiv ist, wie eine himmelhohe Achterbahnfahrt im spirituellen oder erkenntnissorientierten Ausnahme”zustand”. Auch das ist Eins.

August 26, 2014

Wir sind frei und ganz bei uns selbst, wenn wir aufhören, die selbstlosen Konflikte der anderen in uns fortzutragen. Wenn wir erkennen, dass diese rastlose Stimme in uns, nicht die eigene Stimme ist – und unser Schweigen, nur das hilflose Schweigen der anderen.

August 23, 2014

Ich wurde nominiert …. für die „ALS Ice Bucket Challenge“.

… nun gut, was für eine Überraschung, was für ein Gaudi, Herrje. Also, gegen den Strom, wie immer, auch wenn da Eiswasser fließt:

Nur, eine „Krankheit” wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist mir ehrlich gesagt so ziemlich scheißegal – ist erstmal nur ein verdammt kompliziertes Wort, Futter fürs Hirn. Und Eiswasser kann gar nicht so kalt sein, wie die Herzen der Meisten (sicher nicht aller!), die es sich bei dieser Kampagne über den Kopf schütten. George W. Bush? Ernsthaft?! Ja, der kennt sicher die Namen von Krankheiten und der kennt die Manager der Pharmakonzerne persönlich, die da “forschen”. Forschungsbudget halbiert, Markt verdoppelt. Der MENSCH hinter der Krankheit aber, der ist für Herrn Bush bestenfalls eine Stimme auf dem Wahlzettel, die sich doch bitte noch über wenigstens zwei Legislatureperioden zur Wahlurne und zur Arbeit schleppen soll. Meine Meinung. Aber was weiß ich schon.

Yupp, das steht jetzt hier. Genau so. Wort für Wort.

Ich werde Euch – und das ganz ohne schlechtes Gewissen – enttäuschen müssen. Ich schütte mir trotz Nominierung kein Eiswasser über den Kopf, und werde sogar so ein “Unmensch” sein und bei der Kampagne heute mal nichts spenden. Ich setze mich nur hin für fast eine Stunde und schreibe, mache mir wirklich Gedanken. Sorry, wenn es die falschen sein sollten. Ist halt kein Geld und kein Like-Magnet, was ist das schon wert. Habe nur Gedanken und nicht mal die Figur von Helene Fischer, die sich da den Kübel über den gestählten Leib ergießt.

Ab hier wird ohnehin kaum einer mehr weiterlesen, Spielverderberin eben. Dauert auch zu lange, müsste man sich gegebenenfalls auch noch mit auseinandersetzen … das mit dem Eiswasser ist deutlich schneller abgewickelt. Also was solls. Auf den Scheiterhaufen mit mir! Ich werde schon so eine herzlose A-Soziale-Netzwerkerin sein, die sich sonst nicht engagiert für andere, sich reinhängt darin, die Welt und das Miteinander zu verändern. Und vor allem, werde ich jemand sein, der keinen Spaß versteht. Logo. Frau Jakait findet das nicht lustig, noch setzt sie sich ein für andere – nicht im Netz, nicht auf Facebook, nicht auf Twitter … und dann ja wohl auch nicht im Leben, oder?

….

Früher habe ich bei solchen Aktionen im Impuls doch den Paypal Button gedrückt, mich aber nicht mal um die Menschen gekümmert, die nur 400 Meter vor meinem Haus unter einer Brücke schlafen, die allein in Hospizen nur sieben Straßen weiter an Krankheit und Einsamkeit sterben. Und ganz ehrlich: Ich konnte schon kaum mehr noch echte Freunde „nur einfach“ mal festhalten, wenn sie den Mensch verloren haben, der ihnen am meisten bedeutet hat. Ich war tot, innerlich, aber für den Paypal Button hats noch gereicht. Und das Eiswasser, ja mein Gott, das hätte ich auch noch irgendwie hinbekommen, für 20 hippe Likes auf Facebook, sicher.

Wo ist eigentlich das nächste Hospiz bei Euch, wer weiß das überhaupt noch? Da sterben sie dann, die “Menschen” hinter der Krankheit, auch hinter Amyotropher Lateralsklerose, oder an jeder der tausend anderen Krankheiten auch … und manche sterben nur an zerbrochenen Herzen. Jeder kennt dann zwar dank solcher Kampagnen sicher auch den Namen des Leides, an dem da irgendwann, irgendwo sicher mal jemand gestorben sein wird, aber den Menschen selbst, dieses zerbrechliche Wesen hinter Namen und Diagnosen, dieses atemende, hoffende Ding, das nur Liebe und Frieden sucht, ist am Ende nur ein weiter Name auf dem Todenschein, den wir nie lesen. Ein Mensch, der uns hier, die wir noch halbwegs gesund sind, am Besten bloss nicht im Leichenwagen über den Weg fährt – uns vergegenwärtigt, dass wir selbst bald dran sind. Vergessen, verdrängen – das geht am Besten mit noch mehr Wissen und Gaudi.

Wenn jeder sich um die überschaubare Anzahl an MENSCHEN sorgen würde, die um ihn herum direkte Hilfe benötigen, anstatt sich um mehr Aufmerksamkeit für eine hundertausenfach verbreitete Krankheit und das Leid der ganzen Welt zu kümmern: Wir hätten plötzlich Mitgefühl anstatt Mitleid. Und auch ALS Erkrankte hätten es, denn auch um sie herum leben Menschen wie Du und ich. Für Mitgefühl braucht es einen Menschen gegenüber, mit dem wir mit-fühlen, dazu müssen wir ihn kennen, mögen, lieben, kommunizieren: Krankheiten, ja die kennen wir, die Diagnosen und Symptome sie sind schnell recherchiert. Danke Google! Und mit Schmerz und Hilflosigkeit, da kennen wir uns aus – da leiden WIR dann mit. Aber WIR leiden – nicht der Mensch mit ALS, der eigentlich davon betroffen ist, den wir nichtmal kennen, von dem wir einfach nur irgendwie “wissen”. Wissen. Wieder nur Kopf … ein Herz weiß nicht. Und ein Kopf voller Angst forscht nicht um zu heilen, sondern er forscht am liebsten um noch mehr, noch bessere Ablenkungen vor der eigenen Hilflosigkeit durch Konsum gewährleisten zu können. Und auch Krankheiten, Symptome, Diagnosen und Schicksale tausender Menschen kann man konsumieren. Worum geht es bei der Challenge wirklich: Um ALS erkrankte Menschen, oder darum sich selbst mal kurz in den Eiswasser-Fokus zu stellen, und die Chance zu nutzen, die eigenen Kreativiät mal aufblitzen lassen zu können, die ja sonst keiner mehr erkennen will? Nur so eine Frage, in den Raum geworfen. Wer sie auffängt, selbst schuld. Wir leben im 21. Jahrhundert und haben immer noch nicht begriffen, dass wir mehr sind als das, was ein Kopf aus uns machen kann: Rollenbild, Konzept, Wissen.

Hundertausende Leute, Menschen, Individuen leiden an ALS? – Wieviele davon haben ein Gesicht für uns, Augen aus denen Tränen fließen, Augen, die uns anstarren? Sind ein “DU”? Auf das Leid Hundertausender aufmerksam machen wollen, aber das Leid der eigenen Eltern im Heim verdrängen. So in etwa ticken wir als Gesellschaft.

Egal. Scheiterhaufen. Wer wirft das Streichholz? Bitte nur vorher noch einmal googeln, wie der Junge mit ALS da eigentlich hieß, der die Kamapge ursprünglich initiiert hatte.

Wenn ihr dann krank seid, dürft ihr in einem jedenfalls Trost zu finden: Die ganze Welt kennt den Namen euer Krankheit. Krebs, Depression, Leukemie .. was auch immer. Aber wer kennt euch? Wer fühlt wirklich mit? Das ist nur eine Schublade, in die ihr passt. Obgleich euer Leiden so persönlich ist. ALS ist ein Rollenbild in das wir “Menschen” inzwischen strecken, so wie “Menschen” eben auch nur ein Rollenbild ist, eine Schublade – so wie Kommunisten, Terroristen, Seperatisten, Die Guten, die Schlechten, Wir, Ihr…
Das DU stirbt, die Schublade füllt sich. Schubladen bleiben nur Schubladen, Rollenbilder bleiben Rollenbilder, bis sie irgendwann mal Feindbilder werden. So wie in der NS Zeit, erwischt es dann auch kranke Menschen. Weil Massen in Schubladen nichts kennen als Schubladendenken. Weil es einfach ist, eine Schublade zu töten, wenn man nicht das DU darin erkennen muss. Sorry, da bin ich aber was abgeschiffen eben … Asche auf mein Haupt. Und das wegen so was wie dem bisschen Eiswasser. Relax, Janice, alles gut!

Alles hat ein Ende, auch die Ice Bucket Challenge, dann sind wieder Katzenvideos dran, bis das Leben irgendwann vorbei ist. Glücklich ist, wer vorher noch die nächste Challenge gegen Systemische Sklerodermie, Glioblastoma multiforme oder Episeptische Allergomiezidose mitmachen darf. Und irgendwann, irgendwann macht jemand ne Challenge um mehr Aufmerksamkeit für “Das Leben” selbst zu generieren, auch das endet von allein tödlich.

Entschuligt bitte die Tippfehler und diesen Text als impulshafte Antwort, bin seit 40h wach und im Abenteuer Meer unterwegs und wollte eigentlich lieber ins Bett, als über die Tastatur. Nun ja, so bin ICH. Wenn das nicht ok ist, wenn das krank sein sollte im Denken: Dann organisiert bitte ne Challenge für mich! “Anyway!”, sagte Hemmingway. Das eine ist Schreiben und Denken in Schubladen, das andere ist Handeln.

Und wo ich schon mal bloge: Hier auch der heutige Auftritt bei “3nach9″ im NDR. Gute Nacht. Morgen muss ich wieder fit sein, das übliche Flaschendrehen mit Freunden wartet, mit Menschen, über die ich auch viel weiß, die ihre Probleme haben, aber die ich vor allem gern wieder in den Arm nehme. Und dann verschmilzt das ICH und das Du für einen Moment zu einem Ganzen, das keine Unterschiede kennt.

Ach ja: Hashtag vergessen. Verbindet und rettet sicher Leben! #ALSIceBucketChallenge

Gedanken …

August 17, 2014

Wenn wir anderen nicht erlauben, unser Paradigma, das “System” in dem wir leben, unser Weltbild, den Pfad unserer Lehrmeinung zu verlassen, ist niemand mehr da, der uns sagen könnte, wenn all das absurd und gefährlich wäre. Niemand, der uns Auswege zeigen könnte … und eine andere Welt. Aus dem Paradigma heraus, wäre es nicht zu erkennen, geriete im Versuch nur zum verfärbten aber gleichen Unsinn, zur Verschwörungstheorie, zur Visionären Verkennung, zur reinen Fantasterei. Das Paradigma würde um jeden Preis verfochten, gerechtfertigt oder in Ignoranz oder Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit erduldet, da es doch alles wäre, was wir glauben und wissen zu sein. Was aber, wenn wir gerade in einem Paradigma des Wissen stecken würden? Und darin wissen wir leider nur das Glück, das wir kennen. Was, wenn da soviel mehr Glück auf uns warten würde, wir es jedoch nicht sehen, nicht mal wünschen oder uns erhoffen könnten?

Das ist die Natur von Paradigmen oder Dogmen. Eine Gesellschaft ohne Eremiten, Asketen, Schamanen – ohne Menschen, die das Paradigma, die Konditionierung verlassen und sich ganz in Einsamkeit erst einmal selbst finden – ohne dass man ihnen weiter erzählt, wer sie sind – sie wäre verloren! Wir zwingen den größten Querdenker um jeden Preis im selben Paradigma zu denken und zu leben, wir wir als Gesellschaft. Das Aussteigen und Entkonditionieren wird unmöglich gemacht. Das Ego ist am größten, wenn es leidet und nur versucht sich selbst zu verschlingen. Mir scheint, es platzt bald! … und wird auch noch dem Letzten verbieten, dieses Paradigma des Leids zu verlassen. Auf Ewig so weiter, bis in den Untergang, egal wohin sich darin jeder Exot und vermeintliche “Aussteiger” auch verrennt.

Wir sind eine Gesellschaft im Paradigma der Macht (Irrglaube an Kontrolle), des Besitzes und Wissens, und nichts davon werden wir mit ins Grab nehmen. Kontrolle hat nur ein Ziel: mehr Kontrolle, anstatt Demut und Vertrauen. Ein System, welches allein Irrglauben atmen kann, durch Regeln und Verordnungen eine Instanz der Kontrolle zu sein, wird jedes Vertrauen, jede Demut weiter und weiter zerstören, jede Basis des Glücks und der Freiheit aushölen.

Wir sind eine Gesellschafft, in der Eremiten kaum mehr Grund und Boden und Freiheit zum Sitzen und zur inneren Einkehr und Abkehr finden. Wir sollten uns schämen … alle. Wir haben fast alle Wurzeln in jede andere Welt gekappt. Der Verstand ist dabei, das Herz zu erdolchen, das “Wunder” in die Transparenz, in die “Hölle” des Gleichen, in die Pornografie des Konsums zu überführen … Mara, Teufel, Ego … in jeder Religion hatte dieses Ding einen anderen Namen als Metapher und immer kommt es in der Form, in der wir es als Letztes erwarten würden! … In uns selbst?

Das sind nur Gedanken, nichts als weitere Gedanken. Das ist nicht das, was ist, sondern das, was ich daraus mache. Das, was ist, kann nicht im Kopf leben! Wen müssen diese Gedanken schon kümmern … jede Meinung dazu, ist wieder nur Gedanken. Was im Kopf ist, ist “tot”. Aber den Kopf kümmert der Tod nicht, nur die Gedanken darüber sind im wichtig, die Konflikte, die Angst, die Begierden, die noch mehr Gedanken erzeugen. Aber den Kopf kümmert leider auch das Leben und das Glück nicht, nur das, was er darüber denkt und zu wissen meint …

Was wir jetzt erleben … ist der verzweifelte Versuch, die Welt unter Kontrolle zu bekommen, die allein im Zwang zur Kontrolle (Macht!) erst außer Kontrolle geriet. Offensichtlich ein Irrweg. “Ich habe keinen Zweifel daran, dass sich die Menschheit selbst auslöscht. Die einzige Chance, dass das nicht passiert, hätten wir noch, wenn wir endlich damit aufhören, zu versuchen zu verhindern, dass es passiert.” (Robert Oppenheimer, “Vater” der Atombombe)

Wir …

Wir eilen,
doch verweilen nicht.
Tuen,
aber ruhen nicht.
Streben,
aber leben nicht.
Begehren,
doch verzehren nicht.

Wir schlagen alles kurz und klein,
nur, um nicht so klein zu sein,
wie wir doch sind.
Blind.
Kind.
Im Schoss der endlos weiten Welt,
schon hilflos, ohne Dach und Geld.

Wir Narrenkinder!

Die Verfertigung der Stille

August 14, 2014

Nach impulsivem Folgen-Feuerwerk, verabschiede ich mich erst einmal in eine Podcast-Pause und packe die Koffer. Wir hören uns bald wieder, sehen uns vielleicht sogar am 22. August bei 3nach9 oder in der aktuellen Happiness.

Und es ward Licht …

July 21, 2014

Jede Erkenntnis, die wir ohne Demut nur als Maßstab an die eigene Größe anlegen, ist der Tod des Bedingungslosen, des “Wunders”, das(s) da ist, das(s) wir da sind! Der Verstand will allzu schnell Hingabe, Hoffnung, Imagination und Liebe in völlige Transparenz und Kontrolle transformieren. Und selbst wo das jemals gelänge, es wäre dann in völliger Transparenz ebenso befreit von jedem Sinn, jeder Dramaturgie und Choreographie, es wäre womöglich ganz durchdrungen und verstanden, wie ein Lied, das hunderte Male gehört wurde – und dann: wie alles andere auch: wäre es im Kopfe kalt, berechenbar und tot, “die Hölle des Gleichen”. Dann würde DAS, was nur mehr in Gedanken tot SEIN SOLL, doch nicht mehr geteilt werden können oder wollen … ganz im Gegensatz zu DEM, das da vor unseren Füßen liegt und einfach nur lebendig und doch in seiner Größe unfassbar IST.

“Das Licht, das für sich selbst leuchtet, ist Finsternis.” (Altes Sprichwort)

“Unsere Sache ist es, den Funken des Lichts festzuhalten, der aus dem Leben überall da hervorbricht, wo die Ewigkeit die Zeit berührt.” (Friedrich Schiller)

„Von Ihm, dem Licht der Lichter, wird gesagt, Es liege jenseits der Dunkelheit; das Wissen, das zu Wissende und das Ziel des Wissens, das im Herzen aller ist.“ (Krishna, Bhagavad Gita XIII.17, das Buch, aus dem Oppenheimer zitierte.)

„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Jesus, Johannes 8.12)

Ich kann nur so hell leuchten, wie Du mich überhaupt leuchten lassen kannst. Bis du irgendwann vielleicht damit aufhörst – und ich endlich von selbst strahlen darf! Bis dahin hoffe ich einfach weiter … und will Dir gern ein Lichtlein zu sein.

Ich habe das Licht – das wir da teilen – wieder entdeckt, das ich dereinst als Kind verloren und vergessen, als ich endlich sprechen und verstehen konnte. Es ist kein “Gott” der als Name in Büchern steht, und doch in jeder Sprache anders heißt, es ist kein “Gott” der in Kirchen und Tempeln als Fratze an Wänden hängt und im beschränkten Verstand der Menschen herumirren will … und es ist es doch! Strahlt überall, gleißend, heller als eintausend Sonnen, in Dir, in jeder Blüte, in jedem Wort, in mir. Echt und rein und bedingungslos. Ich bin ergriffen und längst auf Knien vor Dir, vor allem vor DIR! Lach mich aus, sperr mich ein in Konzepten, Vorurteilen, hefte mich ab! – ich bin furchtlos und ich vergebe und fühle mit Dir. Ich kämpfe nicht, kämpfe ja doch nur gegen andere einen Stellvertreterkrieg gegen mich selbst. Je mehr ich anderen vergeben kann, desto mehr vergebe ich mir selbst. Der einzige Weg raus aus der Finsternis.

Ich bin nur eine Närrin, die auf einem Berg wohnt, damit die Sonne noch einen Moment eher für mich aufgehen kann. Was braucht es jetzt jemanden zu kümmern, was ich da schreibe, wo die Gedanken noch hell genug in ihm leuchten wollen, nur um sich selbst zu blenden – sich um Nichts drehen, als um sich selbst. Wenn es nur finster genug wird, alles erst durchdrungen und durchdacht ist … und sich doch kein Ausweg mehr findet, kommt womöglich das große Erwachen, die Hilflosigkeit und die Verzweiflung. Ein fruchtbarer Boden, in dem die Liebe wieder von der Hingabe zur größten Zuversicht erwachsen kann. Darin geht noch jedes Unkraut ein, das völlig außer Kontrolle im Kopf wuchert. Ich bin hilflos in dieser unfassbaren Liebe, die keine Kontrolle mehr kennen will, und darin bin ich nichts als Zuversicht und Hoffnung und Furchtlosigkeit. Und das ist so wunderbar verwirrend in jedem bedingten Gedanken, der bedingunglos in mir darüber erwacht. Ich sitze hier, lache und weine und bin sprachlos, wo ich endlich die Welt begreife, ohne mehr zu erwarten, sie nur verstehen zu können. Und ich bin so gern hilflos ob meiner Gefühle, auf Knien, wenn ich Dich sehe und hoffe, dass Du mir die Hand irgendwann reichst und zu mir runter kommst.

“Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft” (Mephisto, Faust, Goethe)

Es ist …

July 14, 2014

Die Freiheit, die sich der Kopf erträumt, ist eine Freiheit, die nur ohne Kopf gelebt werden kann. Wenn wir nicht im Vertrauen loslassen können, ist jede Freiheit, die wir uns wünschen, nur ein weiteres Konzept, in dem wir uns in Gedanken und Kontrolle einsperren. Heute Nacht hatte ich einen Traum. Darin rief jemand nach meinem HR2 Interview (das lief übrigens tatsächlich gerade / Podcast!) live im Studio an und sagte: “Was für ein bescheuertes Interview!” Ich wachte auf, noch im Halbschlaf, die beste Zeit zum Begreifen! und dachte nur: ‘Was für ein bescheuerter Traum’ … Dann war es plötzllich zum Begreifen da und nah: Alle Bescheuertheit, aller Haß, Wut, jedes Problem und Alles Bedingte… das alles! … und ICH und “ein Verstand”! – verwoben darin – sind nichts als Inhalt von BEDINGUNDLOSEN Gedanken. Angst ist nur “Angst” … nur ein Konzept, Gedanke und ich bin darin … was für eine Show! Das zu verstehen, ist für einen der es verstehen will, ach so einfach. Es zu begreifen aber erst möglich, wo das Verstehen als Glaube und Zweifel aufhört. Keine Ahnung also, wer das “verstehen” können soll oder will … welcher Verstand hätte überhaupt ein Interesse daran, etwas zu verstehen, das zum Ende des Verstehens und in ein Begreifen führt, indem er nicht mehr sein kann, was er sein will: Richter und Henker über das Schicksal, Kontrollfreak – anstatt nur ein wunderbares Werkzeug in Demut, Vertrauen und Hingabe zu sein.

Ein kluger Kopf zwar, der sich nur um sich selbst dreht, in allem, das da passieren könnte, aber doch nie passieren dürfte … und SO, wie nur in abstrakten Gedanken gedacht, niemals passiert wird. 
Ein freies Herz aber, das einfach nur weiter schlägt … mal schneller, mal langsamer.

Der Verstand, den ich doch immer kontrollieren wollte, IST DOCH SELBST NICHTS als ein bedingungsloser Gedanke, in dem ich bin und meinen Verstand kontrollieren will. Ein Problem wird nur im Gedanken der Erlösung zum Problem. So profund, und doch, was für ein Witz! Da ist nix, gar nix! um das sich der Kopf dreht, als um sich selbst! Das Begreifen kommt, wenn das Verstehen – und damit nur Glaube und Zweifel – geht. Ich bin raus aus dem schöngeistigen spirituellen Unsinn… das ist einfach nur eine perfekte Inszinierung und zum “tot”lachen. Es ist, wie es ist. Und ich bin … wieder draußen. Es geht wieder aufs Meer … schauen wir mal, wo ich ein Boot herbekomme!

Im Strom des Lebens meinen wir gegen die Strömung schwimmen zu können … aber irgendwann, landen wir doch einfach nur wieder im Meer und haben keinen Meter aus eigener Kraft gut gemacht. Was für eine Reise, was für ein Abenteuer – auf der Suche nach dem “ICH”, nach dem “Wer bin ich außerhalb von Konzepten von Naturwissenschaft, Religion, Mystik und jedweder Interpretation?” Ein irrsinnig langer Weg, immer am Rande des Wahnsinns. Und doch endet er nur dort, wo er da dereinst begonnen … In einem einzigen Gedanken im Hier und Jetzt! Ich bin … und darin bin ich, was ich denke was ich wo ich mich in den wirren Gedanken der anderen verliere. Es ist, wie es ist – tut, was es tut / ich bin, was ich bin – tue was ich tue. Darin sind wir Eins. Es ist wie es ist, das ist das Eine – es soll, wie ich will, ist darin das andere. Und doch, wird es im Wollen nie annähernd so sein könnnen, wie es einfach ist , wenn es ist, wie es ist – wird im Verstand nie das Undenkbare, in der Gier nie das Unfassbare, in der Angst nie das Unergündliche sein …

Stille, die sich echt anfühlt, ist im Augenblick selbst zu finden, hinter dem vermeintlich Rechten oder Unrechten. Genau dort also, wo der Kopf nicht hin will, einfach im Hinnehmen und Hineinfallenlassen. Er will lieber in den Lärm vieler richtig gesprochener Worte, oder raus aufs echte brüllende Meer oder gar, irgendwann, in den Tod, um dort endlich erdachte Stille vor dem zu finden, das nichts als seine eigenen lauten Gedanken sind. Eine Tosende Stille, die er da begehrt und die doch keine ist.
 
Fragments by Janice Jakait

Hingabe statt Kampf

July 7, 2014

Nur wenn ich mich einer Erfahrung ganz hingebe, Schmerz oder Glück in aller Tiefe zulasse, kann ich darin auch zweifellos erkennen, was ich damit anfangen soll. Begreifen ist Verstehen ohne Zweifel. Im Begreifen treffen wir Entscheidungen in völliger Überzeugung. Dann wissen wir einfach, was wir wollen … oder nicht wollen!

Hier noch der Bayern3 Podcast. Viel Spaß beim Hören!

Fragments by Janice Jakait        Fragments by Janice Jakait        Fragments by Janice Jakait

Wir sind …

July 5, 2014

Es ist, wie es ist. Und machmal ist es besonders intensiv und heftig – Lektionen, in denen wir überhaupt erst wieder lernen und darin wachsen dürfen, uns ganz hinzugeben und nicht weiter dagegen aufzubegehren. Unweigerlich wird es irgendwann auch für den Verstand wieder so sein müssen, wie es einfach ist – dann wird er sich auflösen. Noch aber ist er lieber frei im Aufbegehren oder in Meditation – in jedweder Begierde! – als nicht mehr zu sein, im Fallenlassen und Loslassen.

Das Leben ist nur ein Abstecher, zurück in völlige Hingabe. Wir sind Regentropfen, im freien Fall – stürzen hinab ins Meer der Liebe und Demut … aus dem wir da einst gestiegen. Der Himmel ist “unter” uns …

#janices5cents #lektion_schmerz #lektion_leben

Da fällt mir nur mehr Hermann Hesse ein. Ich wünsche Euch ein traumhaftest Wochenende!

Und sonst so? Am Montag mal Mensch, Otto! auf Bayern3 einschalten. Ich weile wieder im schönen München dann.

Fragments by Janice Jakait

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